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Indische Pflegekräfte streben nach Deutschland
Meiko Merda

Der Pflegekräftemangel spitzt sich weiter zu. Die Gewinnung qualifizierten Personals gestaltet sich immer schwieriger. Das IEGUS Institut greift diese Herausforderungen auf und strebt eine Entwicklungs- und Ausbildungspartnerschaft zwischen Deutschland und Indien in der Pflege an. Indische Pflegekräfte sollen vorübergehend in der deutschen Pflege ausgebildet und beschäftigt werden. Im Sinne eines Triple-Win werden die Interessen Deutschlands, Indiens und der wandernden Pflegekräfte verfolgt. Deutschland erhält Arbeitskräfte, Indien altenpflegerisches und geriatrisches Wissen, den Pflegekräften werden Karriereoptionen eröffnet. Erste Vorergebnisse einer noch nicht abgeschlossenen Dissertation ergeben: Indische Pflegekräfte sind bereit, nach Deutschland zu kommen und sich hier ausbilden zu lassen.


14-1Bereits seit Jahrzehnten wandern indische Pflegekräfte in hohen Zahlen aus. 50 % bis 75 % aller Absolventen indischer Pflegeausbildungsstätten planen, im Ausland zu arbeiten. In der Vergangenheit zog es indische Pflegekräfte dabei fast ausschließlich in die Golfstaaten. Alleine 40.000 bis 60.000 Pflegekräfte aus dem südindischen Kerala sind in der Golfregion beschäftigt.
In den letzten Jahren haben indische Pflegekräfte weltweit Migrationsrouten erschlossen. Im Jahr 2005 arbeiteten im britischen Gesundheitswesen bereits rund 3.700 indische Pflegekräfte, in den USA waren es 2006 etwa 24.000. Ausländische Rekrutierungsagenturen werben in Indien aggressiv um neuen Nachwuchs – mit großem Erfolg: Die Aussicht auf höhere Löhne sowie bessere Arbeits- und Lebensbedingungen in den OECD-Staaten wirkt anziehend.


Nach Deutschland dürfen indische Pflegekräfte noch nicht zuwandern. Es gilt die Vorrangprüfung, europäischem Personal wird Vorrang eingeräumt. Arbeitgeber müssen nachweisen, dass auf dem gesamten europäischen Binnenmarkt keine Pflegekräfte für eine freie Stelle zur Verfügung stehen, was de facto der Beschäftigung außereuropäischer Pflegekräfte einen Riegel vorschiebt.
An der Motivation indischer Pflegekräfte, nach Deutschland zu wandern, mangelt es nicht. Dies verdeutlichen erste Ergebnisse einer Ende 2010 in Indien durchgeführten Untersuchung im Rahmen einer noch nicht abgeschlossenen Dissertation. Mehr als ein Drittel der Befragten äußerten, dass sie sich vorstellen können, nach Deutschland zu wandern (Abb. 1).
Große Sympathien für Deutschland hegen insbesondere indische Pflegestudenten aus Kerala. 71 % der Befragten würden nach Ausbildungsabschluss gerne nach Deutschland kommen. Im Ländervergleich ist Deutschland damit unter Pflegestudenten aus Kerala attraktiver als die Golfstaaten und ähnlich attraktiv wie die englischsprachigen OECD-Länder (Abb. 2).
Obwohl bereits feste sprachliche, kulturelle und soziale Brücken in englischsprachige OECD-Staaten und die Golfregion bestehen und Arbeitsbedingungen dort zum Teil besser sind, streben indische Pflegekräfte und –studenten also nach Deutschland. Aus deutscher Sicht verdeutlichen die Ergebnisse das riesige Potenzial des indischen Pflegemarktes in dem nach China zweitbevölkerungsreichsten Land weltweit.

Meiko Merda

 
Gesundheit und Pflege der Zukunft: contec auf dem MDK-Kongress 2014

Am0 6. November 2014 findet der MDK Kongress 2014 "Gesundheit und Pflege der Zukunft" statt. Zusammen mit Dr. Monika Kücking (Leiterin der Abteilung Gesundheit beim GKV-Spitzenverband) und Dr. Gerhard Timm (Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft freie Wohlfahrtspflege e.V.) wird Detlef Friedrich den Round Table "Wie geht es weiter in der Qualitätssicherung" moderieren.

 

Termin:

06. November 2014

Veranstaltungsort:

Maritim Hotel Berlin

Stauffenbergstraße 26, 10785 Berlin

 

Weitere Informationen über den MDK Kongress 2014 finden sie unter: www.mdk-kongress.de

Neue contec-Studie: Vergütung von Führungskräften in der Sozialwirtschaft

Die Frage der Vergütung gewinnt in Zeiten des Personalmangels immer mehr an Bedeutung. Daher stellt sich die Frage, in welcher Form und Höhe die Vergütung für welche Position in der Sozialwirtschaft gezahlt wird.

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„care4future – SchülerInnen für die Pflege begeistern“ – Interview mit Reimund Overhage

Reimund Overhage

Reimund Overhage ist Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, welches das Projekt „care4future – SchülerInnen für die Pflege begeistern“ begleitet.

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newsletter der Behindertenhilfe 2014.07 erschienen

newsletter_Behindertenhilfe_2014.03Der neue Newsletter der Behindertenhilfe ist erschienen und an die Abonnenten versandt worden. Sie können ihn hier anschauen/herunterladen.

Abo-Wünsche bitte an: news-behindertenhilfe@contec.de.

Pressemitteilung: Europäische Karriereoptionen für Gesundheits- und Pflege-AssistentInnen

Ergebnisse des EU-Projektes zur Ausbildung von Healthcare Assistants veröffentlicht

Die contec GmbH hat im Rahmen eines von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Projektes Empfehlungen zur Entwicklung eines tragfähigen europäischen Ausbildungskonzepts für sogenannte Healthcare Assistants (HCA) formuliert.

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