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Der Bundesfreiwilligendienst

Freiwilligendienste als Personalquelle nutzen
Christiane Poigné & Volker Est


In der letzten Ausgabe der conZepte wurde bereits über die Möglichkeiten berichtet, die das Freiwillige Soziale Jahr bietet, um Berufseinsteiger als zukünftige Arbeitnehmer für die Pflegebranche zu gewinnen. Seit kurzem besteht nun für Freiwillige auch die Möglichkeit, den Bundesfreiwilligendienst abzuleisten. Dieser steht Interessierten aller Altersgruppen offen und gewährt ihnen einen aktiven Einblick in die Pflegebranche. Für Einsatzstellen gilt es nun, den Dienst, genauso wie das FSJ, geschickt als Personalquelle zu nutzen.



Was ist der Bundesfreiwilligendienst (BFD)?
Seit dem 1. Juli 2011 wirbt die Bundesregierung mit dem Slogan »Nichts erfüllt mehr als gebraucht zu werden« für den BFD. Ziel des BFD ist es, zum einen Frauen und Männern jeden Alters (sog. Bufdis) die Möglichkeit zu bieten, einen Freiwilligendienst wahrzunehmen. Zum anderen soll so die Unterstützung für möglichst viele hilfebedürftige Menschen sichergestellt werden.


Grundsätzlich orientiert der BFD sich an den Vorgaben des Jugendfreiwilligendienstes.

Bufdis haben wie die Teilnehmenden des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) vielfältige Einsatzorte zur Wahl. Sie können ihren Dienst (6 bis 18 Monate, max. auf 24 Monate verlängerbar) beispielsweise in Krankenhäusern, Pflege- oder Behinderteneinrichtungen, aber auch in den Bereichen Bildung, Kultur und Sport ableisten.
Zudem gelten für Bufdis die gleichen Vergütungsregeln wie für FSJ’ler: Sie bekommen ein frei vereinbartes Taschengeld (maximal 330 Euro), haben Anspruch auf Verpflegung, Unterkunft oder entsprechende Geldleistungen, sind über ihre Einsatzstelle sozialversichert und haben auch bis zum 25. Lebensjahr Anspruch auf Kindergeld.

Was ist das Neue am BFD?
Im Gegensatz zum FSJ kann der BFD von Freiwilligen aller Altersstufen angetreten werden, sofern die Pflichtschulzeit absolviert wurde. Für über 27-jährige besteht zudem die Möglichkeit, den Dienst in Teilzeit (mindestens 20 Stunden die Woche) anzutreten. Zudem kann der Bufdi nach einer Pause von fünf Jahren den Dienst noch einmal antreten, wohingegen der FSJ’ler sich nur einmal engagieren kann.

Wie können Freiwillige für den BFD gewonnen werden?
Zunächst gilt es, genauso wie beim FSJ, den BFD sowie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten mittels verschiedener Kommunikationswege zu bewerben. Hierfür bieten sich, vor allem um jüngere Freiwillige zu erreichen, die modernen Anwendungen des web 2.0, wie zum Beispiel facebook an.
Aber auch auf der Einrichtungshomepage sollten Informationen zu den BFD-Stellen platziert werden. Zudem ist es sinnvoll bereits auf der Homepage mögliche Karrierewege aufzuzeigen, die im Anschluss an den BFD von den Freiwilligen eingeschlagen werden können. Dies vermittelt Freiwilligen das Gefühl, dass auch mit Ende des Dienstes Möglichkeiten der Weiterbeschäftigung geboten werden. Vorhandene Netzwerke und Kontakte zu lokalen Schulen, Jugendeinrichtungen und -verbänden bilden überdies eine gute Grundlage, erfolgreich Bufdis zu gewinnen.
Bevor der BFD allerdings beworben wird, sollten sich die Einrichtungen über die Motivationslage der Kandidaten Gedanken machen.
Hierbei sollte vor allem klar sein, dass der BFD ein Beitrag zum lebenslangen Lernen sein soll. Bei jungen Freiwilligen stehen häufig berufliche Orientierung, Erfahrungswerte und der soziale Dienst als Pluspunkt im Lebenslauf im Vordergrund.

Ältere Freiwillige sehen in dem Dienst die Möglichkeit, ihre Lebens- und Berufserfahrung einzubringen und weiter zu entwickeln.

 
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