Startseite conZepte conZepte 03-2011 Zuweiser, Empfehler, Multiplikatoren
Zuweiser, Empfehler, Multiplikatoren

Netzwerke zur Belegungssicherung gestalten
Sara Bode, André Peters & Caroline Peinl

Trotz des demografischen Wandels kämpfen viele stationäre Altenhilfeeinrichtungen um ihre Auslastung. Bei der Suche nach einer passenden Pflegeeinrichtung spielen persönliche Empfehlungen durch Vertrauenspersonen für ältere Menschen und deren Angehörige eine wesentliche Rolle.

Eine partnerschaftlich gestaltete Zusammenarbeit mit potenziellen Zuweisern stellt daher eine Chance für Einrichtungen dar, ihre Belegungssituation zu ­sichern.
Unter Zuweisermanagement versteht man Aktivitäten, die Partner wie ambulante Pflegedienste moti­vieren, Interessenten für die Pflegeeinrichtung zu begeistern. Dazu gehören unter anderem das Weiterleiten von Informationsmaterial, die Pflege persönlicher Kontakte, die wechselseitige Nutzung von Ressourcen so­wie das Organisieren gemeinsamer Projekte.

Ziele des Zuweisermanagements

Mit dem Aufbau eines nachhaltigen Zuweisernetzwerkes verfolgt die Pflegeeinrichtung verschiedene Ziele. Hierzu zählen nachfrageorientierte Ziele, wie der Aufbau eines positiven Images, die Bindung der Zuweiser und dadurch die Steigerung der Zuweiserintensität sowie letztendlich die Gewinnung neuer Bewohner. Außerdem werden fachliche Ziele angestrebt. Durch eine reibungslose Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegediensten und Krankenhäusern sowie verbesserte Abstimmung bezüglich Diagnosen, Maßnahmen und Therapien wird eine Steigerung der Versorgungsqualität erreicht.

Einrichtungen erhalten ein qualifiziertes Feedback über ihre Leistung und bekommen Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung. Und schließlich werden ökonomische Ziele verfolgt. Vorhandene Kapazitäten werden ausgelastet. Durch Zusatzeinnahmen werden Erlöse gesteigert, durch gemeinsame Aktivitäten werden Synergien genutzt und Kosten gesenkt. Durch ein erfolgreiches Zuweisermanagment wird die Konkurrenzsituation der Einrichtung verbessert.
Potenzielle Empfehler und deren Nutzen

Die Rolle des Zuweisers kann allen Akteuren zukommen, die Kontakt zu potenziellen Bewohnern pflegen. Zu ihnen zählen ambulante und teilstationäre Einrichtungen, Beratungsstellen, Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte und andere Akteure im Gemeinwesen. Als Zuweiser, Empfehler und Multiplikatoren kommt ihnen eine Türöffnerfunktion zu. Aufgrund der unmittelbaren Erfahrungen haben die Aussagen von aktuellen Bewohnern und deren Angehörigen ein besonderes Gewicht. Sie sind i.d.R. Ausgangspunkt für positive oder negative Mundpropaganda.


Die 5 Schritte des Zuweisermanagements

Die Implementierung und Durchführung eines systematischen Zuweisermanagements erfolgt in Form eines Regelkreises.

Schritt 1: Analyse

Um sich einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen, erfolgt eine Erfassung der IST-Situation der Zuweisungen. Die gegenwärtigen Zuweiser werden mit Anzahl der Zuweisungen aufgelistet und katego­risiert. Die aus der Analyse gewonnenen Daten werden zur besseren Verwaltung in einer Datenbank gesammelt.

Schritt 2: Strategie

Ausgehend von den Ergebnissen der IST-Analyse legt die Einrichtungsleitung eine übergeordnete Strategie zur perspektivischen Entwicklung des Zuweisermanagements fest. Grundsätzlich können vier Schlüsselstrategien unterschieden werden: Die Bindungsstrategie stabilisiert bereits bestehende Kontakte.
Bei der Intensivierungsstrategie stehen die Vertiefung vorhandener Beziehungen und die Erhöhung der Zuweisungen im Vordergrund. Bei der Konzentrationsstrategie liegt der Fokus auf speziellen Kontakten, um Zuweisungen aus einer bestimmten Kundengruppe zu erhalten.
Ziel der Expansionsstrategie ist ein Ausbau des Zuweisernetzes.

Schritt 3: Zielplanung

Diese Phase dient der Festlegung der zuweiserspezifischen Ziele und der sich daraus ergebenden Maßnahmen. Sowohl Ziele als auch Maßnahmen werden zur Steigerung der Transparenz in einem Maßnahmenplan – dem Zuweiserplan – festgehalten. Die Durchführung der zuweiserbezogenen Maßnahmen erfolgt durch den jeweiligen Zuweiserverantwortlichen. Diese Rolle übernehmen verschiedene Führungskräfte wie z.B. Hauswirtschafts- und Pflegedienstleitung oder auch Pflegemitarbeitende, die bereits über bestehende Kontakte verfügen.

Schritt 4: Umsetzung

Für die Gestaltung der Zusammenarbeit haben Einrichtungsverantwortliche vielfältige Gestaltungsmöglich­keiten (vgl. Tabelle 1), die von der losen Kontaktpflege bis zur Bildung strategischer Allianzen reichen. Entscheidend ist, dass beiderseitig Interesse an der Zusammenarbeit besteht, die Vorteile ausgewogen sind und die jeweiligen Erwartungen realistisch sowie trans­parent sind. Am Anfang der Partnerschaft stehen niedrigschwellige Konzepte und Maßnahmen. Die Ver­antwortlichen leiten Informationsmaterial weiter, sprechen Empfehlungen aus und organisieren gemeinsame Veranstaltungen. Dies dient dem Kennenlernen der Akteure. Erst durch regelmäßige Zusammenarbeit entsteht eine tragfähige Vertrauensbasis zwischen den Partnern, wodurch auch komplexere Konzepte umgesetzt werden können. Kooperationen im Personalmanagement wie der Personalaustausch, gemeinsame Ausbildungs­bemühungen oder die Zusammenarbeit im Wissensmanagement erfordern ein tiefergehendes Verständnis und Vertrauen.

Schritt 5: Controlling

In der letzten Phase des Regelkreises wird der Erfolg der durchgeführten Maßnahmen anhand spezifischer Kennzahlen kontrolliert. Im Zuge dieser Evaluation können zukünftige und ergänzende Maßnahmen festgelegt werden.
Einführung in der Einrichtung

Aufgrund der Komplexität des Zuweisermanagements beruft die Einrichtungsleitung einen Zuweisermanager. Er selbst betreibt Kontaktpflege, organisiert Feste und Veranstaltungen, bindet aber auch weitere Mitarbeitende ein. In einem Zuweiserplan werden alle geplanten Maßnahmen mit Fristen und Verantwortlichkeiten zusammengeführt. Zur Evaluation werden wichtige Daten im Sinne einer Erfolgskontrolle turnusmäßig ausgewertet.

 
Detlef Friedrich im BKK Gesundheitsreport 2014 über das Unternehmensnetzwerk "Gesund pflegen"

BKK_Gesundheitsreport_2014_coverEnde letzten Jahre erschien der BKK Gesundheitsreport 2014 mit dem Titel "Gesundheit in Regionen - Zahlen Daten Fakten" und mit Gastbeiträgen aus Wissenschaft, Poltik und Praxis. Friedrich geht auf den Doppelsinn von "Gesund pflegen" ein – ...

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Grit Braeseke in "Monitor Pflege" über Health Care Assistants

MonitorPflege_01-2015_BraesekeMonitor Pflege, frisch auf dem Zeitungsmarkt erschienene Fachzeitschrift für Versorgung, Management und Forschung in der Pflege, bringt in seiner Erstausgabe einen Beitrag von Dr. Grit Braeseke vom IEGUS Institut über Vorschläge zur Entwicklung eines Rahmenkonzeptes zur Ausbildung und Beschäftigung von Gesundheits- und PflegeassistenInnen (Healthcare Assistants). Lesen Sie hier den ganzen Artikel ( PDF, 6 Seiten), wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung der Redaktion "Monitor Pflege" (www.monitor-pflege.de).

Eine deutsche Kurzfassung des Projektberichtes finden Sie hier.

3. EVR-Forum „Geriatrische Versorgungsverbünde..."

Plenum im Großen SaalBereits zum dritten mal organisiert das contec Veranstaltungmanagement für den Evangelischen Verbund Ruhr (EVR) ein offenes Expertenforum. Das 3. EVR-Forum unter dem Motto "Geriatrische Versorgungsverbünde: Krankenhäuser im Spannungsfeld zwischen Konkurrenz und Kooperation" findet am Mittwoch, dem 18. März 2015  im Veranstaltungszentrum der Ruhr-Uni statt.

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Kathrin Keune in CAR€ Invest über Kreatives Management und die Kunst der Führung

CI_2414_BeitragKeune2Neben den klassischen Fortbildungen für Geschäftsführende wird ein Ansatz immer interessanter, der die – im wahrsten Sinne – Kunst der Unternehmensführung in den Mittelpunkt stellt. Der Weg zum Erfolg kann dann lauten: Kreativität entfesseln – Unternehmen neu entwickeln –  Wirtschaftlichkeit verbessern. Ein besondere Qualifizierung greift das auf. CAR€ Invest sprach mit der Initiatorin.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel (PDF, 2 Seiten). Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Redaktion CAR€ Invest: http://www.careinvest-online.net.

6. Studie zu Vergütung von Fach- und Führungskräften erschienen

Verguetung2014Die Arbeiten an der "contec Vergütungsstudie 2014 – Führungskräfte in der Sozialwirtschaft" sind abgeschlossen, die Studie gedruckt.

Aus dem Klappentext:
"Bei allen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt bleibt eine Frage konstant: welche Vergütung ist angemessenen? Um bei sinkenden Beschäftigtenzahlen die richtigen Mitarbeiter zu finden und langfristig zu binden, bedarf es einer hohen Arbeitgeberattraktivität. Ein Aspekt hierbei ist sicher die angemessene und dem Wettbewerb entsprechende Vergütung.
Die vorliegende Studie gibt einen Überblick über die aktuellen Gehälter und Entgeltstrukturen des Top-Managements in der Sozialwirtschaft und zeigt, anknüpfend an vier Vorgängerstudien, Längsschnitte der letzten Jahre auf..."

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