Startseite conZepte conZepte 03-2011 Mit sanften Klängen
Mit sanften Klängen

Demografiefeste Arbeitsplätze in der Pflege
Stefanie Schlosser

Am 1. September 2011 trafen sich Mitarbeitende der drei Berliner Pilothäuser der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH des DemogAP-Projektes zu einem Workshop der etwas anderen Art. Es war der Auftakt zu einer kreativen Umsetzungsphase des bisher erarbeiteten Problemfeldes Arbeitsorganisation.


Rund 60 TeilnehmerInnen trafen sich in der Zentrale der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH, um gemeinsam in die Umsetzungsphase des DemogAP-Projektes für demografiefeste Arbeitsplätze in der Pflege1 zu starten. Die Anwesenheit von Stations– und Bereichspflegeleitungen, Stations­mitarbeiterInnen, ÄrztInnen und Pflegedienstleitungen zeigte, von welch ho­hem Interesse das Pro­jekt für alle Berufsgruppen und Leitungs­ebenen ist.

Nachdem in vorangegangenen Workshops festgestellt wurde, dass es gerade in der Arbeitsorganisation und –logistik viele Verbesserungswünsche gibt, die u.a. die Felder Organisation, Kommunikation, Kooperation und Wertschätzung betreffen, wurde dieser Themenkomplex als erster Schwerpunkt gesetzt, für den nun in den drei Pilothäusern der Vivantes GmbH Lösungen erarbeitet werden.
Doch nicht durch Indoktrination »von oben« oder Expertenratschlägen »von außen« sondern durch kreative Arbeitsmethoden und ein sich selbst einbringendes Mitarbeiten jedes einzelnen am Pflegeprozess Beteiligten soll dies gelingen.

So standen bei der Veranstaltung die neugierigen aber auch leicht verunsicherten

TeilnehmerInnen nicht etwa PflegewissenschaftlerInnen, ArbeitsmedizinerInnen oder anderen Fachleuten gegenüber, die trockene Vorträge hielten. Der Moderator und Geschäftsführer der contec GmbH Detlef Friedrich führte sehr amüsant und unterhaltsam durch die Veranstaltung und verdeutlichte auch mit einem filmischen Beitrag von Dr. Hüther (Neurobiologe), wie wichtig es in Reorganisationsprozessen ist, nicht nur logisch-analytisch sondern auch spielerisch und kreativ aktiv zu werden. Mit anderen Worten: die sonst in solchen Prozessen eher vernachlässigte rechte Gehirnhemis­phäre muss auch gefördert werden. Dieser Ansatz hilft maßgeblich, wenn es darum geht Denkblockaden und Ängs­te vor Veränderungen spielerisch zu überwinden.

Wie praktikabel dieser Ansatz ist, zeigte sich bereits in der folgenden Übung als die TeilnehmerInnen imaginieren sollten, dass eine gute Fee über Nacht ihren Arbeitsplatz verändert hat. Mit großer Begeisterung, viel Spaß, der durch die lockere Atmosphäre unterstützt wurde, äußerten sie sehr viele kreative Verbesserungsvorschläge. Durch dieses Zurückversetzen in die Zeit der Kindheit mit all den Märchen des Tieck‘schen Phantasus kann wieder eine Begeisterungsfähigkeit erlangt werden, die wir als Erwachsene meist verloren haben. Die Lust am Entdecken und Gestalten wird wieder zum Leben erweckt und unsere Lernfähigkeit und -erfahrung wird durch das Involvieren von Emotionen gesteigert.

Dass vor allem auch Spaß, Spiel und Freude bei der Erarbeitung neuer Lösungsansätze erlaubt, ja sogar erwünscht sind, zeigte ein weiterer Höhepunkt des Workshops.

Durch Zuordnung von Musikinstrumenten zu den einzelnen TeilnehmerInnen wurde unter der Leitung der Theaterregisseurin Miriam Baghai ein imaginäres Orchester gegründet. So wurde beispielsweise der Dialy­sefachpfleger plötzlich zum Paukisten, die Leitung der Rettungsstelle fand sich in der Gruppe der Cellistinnen wieder und die Gesundheits- und Krankenpflegerin aus der Inneren Medizin konnte sich als Triangel einbringen. Diese Analogien aus der Orchesterwelt helfen, die eigene Position, die teaminterne und bereichsübergreifende Zusammenarbeit spielerisch aber auch mit einem gewissen Abstand zu sehen. Das Anwenden der Metaphern ermöglicht es zudem, Konflikte direkt anzusprechen.

Darüberhinaus kann ein positives Selbstwertgefühl und ein Gespür für die Qualität der eigenen Leistung aufgebaut werden, da verdeutlicht wird, dass selbst eine kleine, leise Triangel unverzichtbar im Reigen der großen »Pflegesymphonie« ist.

Führungskräfte finden sich in diesem Zusammenhang in der Rolle des Dirigenten wieder und können maßgeblich auf die Feinabstimmung der »Instrumente« einwirken, auch leise Töne werden besser wahrgenommen und werden optimal integriert. Nach diesem kurz­weiligen Tag war zu erkennen, dass der Spaß und die neuen Erkenntnisse von den TeilnehmerInnen sicherlich gerne mit in ihre Tätigkeitsbereiche genommen werden und sie dort auch als MultiplikatorInnen für das Projekt und dessen Umsetzung agieren werden. Gespannt darf man auf die folgenden Workshops sein, in denen die einzelnen Pilothäuser Strategien zur Verbesserung der Arbeitsorganisation entwickeln. Diese Partituren werden dann in den einzelnen ­klinischen Bereichen erprobt und zu effektiven Harmonien entwickelt. Die Ergebnisse werden dann wieder im großen Orchester mit den gesamten ProjektteilnehmerInnen der ­Vivantes GmbH zusammengetragen, kommuniziert und in optimale Umsetzungsvereinbarungen zur Nachhaltigkeitssicherung umgesetzt. Es ist zu erwarten, dass die einzelnen Orchester den kontinuierlichen Veränder­ungen im Gesundheitswesen auch in Zukunft mit immer wieder neu komponierten Werken begegnen können.

Lust auf Veränderung machen!
Es bleibt ein altes Problem: Abläufe in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern werden als belastend und ineffizient wahrge­nom­men. Das Ziel ist klar: Optimierung und damit auch ein mehr an Zufriedenheit aller am Prozess beteiligten. Nur: Wie? Traditionell werden dann Analysen durchgeführt, elektronische Tätigkeits­profile erstellt, Abläufe neu beschrieben, Delegationsoptionen geprüft, … die Liste ließe sich beliebig erweitern. Tatsächlich gelebt werden diese Veränderungen dann selten – und schon alleine die Herangehensweise wird als weitere Belastung und selten als Chance von den Beteiligten empfunden. »Schon wieder müssen wir alles ändern!« Widerstände müssen überwunden werden. Wie auch im Gastbeitrag von Vivantes beschrieben verfolgen wir einen neuen Ansatz. Mitarbeitern muss zunächst Lust auf Veränderung gemacht werden. Mit einer gehörigen Portion »Lachen« laden wir die beteiligten dazu ein, Prozesse selber zu reflektieren und damit auch eine Offenheit zu gewinnen, neues auszuprobieren.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wir erläutern Ihnen gerne unseren Ansatz bei einem Gespräch: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. / +49 (30) 28095370

1 Siehe auch den Beitrag von Anje Räder in der conZepte 1/2011

 
Interview: Matthias Konrad zum Controlling in der Altenhilfe

04_2014_HuC_thumbCathrin Conradi interviewt in Health&Care Management, Ausgabe 4/2014 Mathias Konrad zum Controlling in der Altenhilfe. Ausgehend vom Stand des Controllings im Krankenhaus wird u.a. der SROI-Ansatz (Social Return on Invest) angesprochen. Lesen Sie hier den ganzen Artikel, wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung der Holzmann Medien GmbH & Co.KG, Redaktion Health&Care Management, www.hcm-magazin.de.

"Häusliche Pflege" (Vincentz) über das Democheck-Projekt in Rheinland-Pfalz

HP_0414"Fit für die Zukunft: attraktive Beschäftigung für die Pflege" - in Ausgabe 4|2014 schreibt "Häusliche Pflege" über das Democheck-Projekt, mit dem das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) des Landes Rheinland-Pfalz Pflegeeinrichtungen unterstützt. 50 Einrichtungen der rheinland-pfälzischen Altenpflege können einen vom Ministerium finanzierten Beratungstag gewinnen. So werden die Pflegedienste in den Stand versetzt, sich mit demografiefester und zukunftsorientierter Personalpolitik als attraktive Arbeitgeber zu etablieren.

Genaueres im web: http://www.democheckpflege.de

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Redaktion "Häusliche Pflege" von Vincentz Network

Caritas Lünen • Selm • Werne auf dem Weg zur starken Arbeitgebermarke

contec_Caritas_News_Dezember_2013Die caritas news Lünen-Selm-Werne berichtet über ein erfolgreiches Demografieprojekt unter Mitwirkung von contec. Ein interessanter und informativer Werkstattbericht mit detaillierten Einblicken in Problemstellung, Zielsetzung, Vorgehensweise und die Einbindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: So sichert die Caritas ihre Zukunft auch in Zeiten knapper Fachkräfte! Lesen Sie hier den ganzen Artikel. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung des Caritasverbandes Lünen-Selm-Werne e.V.

MdB Dirk Heidenblut zu Besuch bei contec

BMZ_800Der Essener SPD-Bundestagsabgeordnete Heidenblut ist Mitglied im Gesundheitsausschuss und dort u. a. verantwortlich für die Telemedizin. So hat sein Interesse am Westdeutschen Teleradiologieverbund gleich mehrere Wurzeln.

Die Initiatoren der MedEcon Telemedizin GmbH im BioMedizinZentrum Ruhr (BMZ) haben die Gelegenheit gern genutzt, ihm die Funktionsweise und den Nutzen dieser herstellerunabhängigen und standardkonformen Plattform zum Austausch medizinischer Bilddaten vorzustellen. Gemeinsam erörterte man mögliche zukünftige Entwicklung.

Kontakt i.S. Telemedizin: Maike Mülders (maike.muelders@contec.de)

socialnet über Controlling-Studie

altsocialnet, "das Netz für die Sozialwirtschaft", hat sich intensiv mit der unter contec-Beteiligung erstellten Studie "Controlling in kommunalen Jugend- und Sozialhilfeverwaltungen"  auseinandergesetzt und kommt zu einem positiven Fazit: "Lesenswert". Lesen Sie die ausführliche Rezension hier auf socialnet.