|
Gerade in Akut- und Reha-Kliniken gehört das Interim-Management nach wie vor zu denjenigen betriebswirtschaftlichen Disziplinen, die eher unbekannt sind oder dessen Effizienz unterschätzt wird. Landläufig wird Interim-Management mit „Management auf Zeit“ oder mit „Recovery Management“ (übersetzt: Management zur „Gesundung“, „Besserung“ oder „Rückgewinnung“) gleichgesetzt. Interim-Management scheint dabei immer noch etwas Anrüchiges zu haben. Es wird oft zu Unrecht mit kaltschnäuziger und hartherziger „Jobkiller-Arbeit“ oder „Karriereblockade-Instrument“ in Zusammenhang gebracht. Eine Einschätzung, die den Lösungsqualitäten eines Interim-Managements nicht gerecht wird.
Worum geht´s im Detail? Interim-Management in den zunehmend eng verzahnten Einrichtungen der Versorgungssektoren Akut, Reha und Pflege bedeutet per definitionem den zeitlich begrenzten Einsatz in allen betriebswirtschaftlich relevanten Bereichen (Unternehmensführung, Mitarbeiterführung, Öffentlichkeitsarbeit/PR, Einkauf, Prozesssteuerung und HR, Finanz- und Rechnungswesen, Riskmanagement). Neben der operativen Arbeit wird – je nach Vereinbarung – auch die strategische Weiterentwicklung oder Reorganisation der Einrichtung durchgeführt. Die Beauftragung erfolgt in der Regel auf Mandats-, gelegentlich auch auf Erfolgsbasis.
Interim-Management ersetzt Leitungsvakanz Der Interim-Manager wird in den meisten Fällen vom Träger oder Inhaber der Einrichtung bzw. vom Aufsichtsrat oder von der Geschäftsleitung bzw. auch vom Geschäftsführer eingesetzt. Er kann dabei eine Leitungsvakanz temporär ersetzen oder dem Leitungsorgan als „Führungsberater“ Arbeitsentlastung verschaffen. Hierbei geht es nicht um das persönliche Coaching der Führungskraft, sondern um eine qualitativ hochwertige und lösungsorientierte Beratung des Interim-Managers aufgrund seines umfassenden Branchenwissens und seines Berater-Know-hows. Der Interim-Manager führt, entscheidet und setzt selbst mit um. Er ist in der Einrichtung transparent, greifbar, konkret, nachhaltig messbar und extern diskret, weltmännisch offen. Er versteht sich als problemlösungsorientierte Führungsperson, Sparringspartner und konsequenter Umsetzer der verabschiedeten Lösungsansätze.

Der Interim-Manager als Experte mit Führungserfahrung, Beratungs-Know-how und Partnernetzwerk Es gibt wohl nur wenig Bereiche des Top-Managements, die dermaßen vielseitig sind. Ein Interim-Mandat kann sich im Laufe der Zeit völlig unterschiedlich entwickeln, daher muss der Interim-Manager über fundierte Kenntnisse aller ökonomischen Bereiche des Gesundheitswesens verfügen, insbesondere auch in medizinischen und pflegerischen Fachbereichen, speziell in kleineren bis mittelgroßen Einrichtungen, in denen oft (nur noch) eine hauptamtliche Position in der Geschäftsleitung besetzt wird. Neben umfassenden Kenntnissen in der praktischen Umsetzung ist ein solides Beziehungsnetzwerk zwingende Voraussetzung. Es erlaubt ihm, schnell und diskret Informationen zu beschaffen, Lücken zu schließen oder auch neue Mitarbeiter zu rekrutieren. Der Interim-Manager ist eine erfahrene Fach- und Führungskraft mit umfassendem Beratungs-Know-how, der unliebsame Entscheidung fällt, Verantwortung übernimmt, dabei – intern wie extern – aber die Interessen des Auftraggebers vertritt. Vor allem aber entwickelt er individuelle Lösungen, formt und motiviert Mitarbeiter und ist in der Einrichtung präsent.
Einige Fall-Beispiele aus der täglichen Arbeit des Interim-Managers:
Professionalisierung und Projektmanagement
- Strategische (Weiter-)Entwicklung oder Neuausrichtung der Einrichtung mit adäquaten Analyseinstrumenten, wie z.B. PEST-Umfeldanalyse, ERSK-Strategiemodell nach Kim/Mauborgne, GAP-strat. Lückenanalyse, BSC-Unternehmensstrategie-Analysetools
- Struktur- und Prozessoptimierungsprojekte, wie z.B. Emotionale Prozessmodulation (EPM), Aufbau einer Interdisziplinären Notaufnahme (nach DGINA)
- Entwicklung eines gestuften Einweisermanagements mit Beteiligung der wesentlichen Einweiser an QM-Strukturen
- Strategisch ausgerichteter Marketingausbau
- Einrichtung und Ausbau des Risikomanagements
- Führungsberatung des Geschäftsführers, Inhabers oder des Trägerorganes
Sanierung / Turnaround Management
- Stabilisierung des operativen Geschäfts (Prozesse/Funktionen/Aufgaben regeln, kommunizieren, implementieren, schulen)
- Entwicklung einer strategischen Masterplanung zur zukunftsfesten Positionierung von Abteilungen bzw. der Gesamteinrichtung (Grundlagen entwickeln, Entscheidungen herbeiführen, solides Fundament erstellen, kommunizieren, Mitarbeiter einbinden und motivieren)
- Umsetzung und verantwortliche Begleitung der Projektmaßnahmen im Turnaround Management
- Führungsberatung des Geschäftsführers, Inhabers oder des Trägerorgans.
Ausgründungen und Übernahmen von (Teil-)Einrichtungen
- Erarbeitung von Business- und Liquiditätsplänen zum In- und Outsourcing
- Erarbeitung von Investitionsplänen und anschließender Gesprächsführung mit Banken, Rechts- und Steuerberatern, Behörden, Versicherungen usw.
- Entwurf von Firmenkaufverträgen, Abstimmung mit Stakeholdern, Herbeiführung der Investitionsentscheidungen
- Vertragserarbeitung (vom LOI bis zum notargerechten Vertragsentwurf)
- Aufbau des Risikomanagements
- Mitarbeiterführung und Teambildungaufgaben über Kommunikation und Motivation
- Führungsberatung des Geschäftsführers/Inhabers, Trägerorgans oder Auftraggebers
auch als PDF, 2 Seiten
Ihr Ansprechpartner zu diesem Thema:
Gerhard Rode Management- und Organisationsberater | Interim-Manager BioMedizinZentrum Ruhr Universitätsstraße 136 44799 Bochum fon: +49 (0) 234 45273-0 fax: +49 (0) 234 45273-99
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
zum Profil |