Gesellschaftliche Teilhabe – Die vier Schritte zur erfolgreichen Inklusionsfirma

Inklusionsfirma

Inklusionsfirmen bieten Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, sich auf dem regulären Arbeitsmarkt einzugliedern. Bei ihrer Aufgabe, eine gesellschaftliche Integration zu ermöglichen, erfahren sie bereits hohen Zuspruch. Eine Inklusionsfirma ist nicht mit einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gleichzusetzen – Inklusionsfirmen sind eigenständige, wirtschaftliche Unternehmen, die sich auf dem freien Markt behaupten müssen. Von regulären privatwirtschaftlichen Unternehmen unterscheiden sie sich in der Hinsicht, dass sie mindestens 30 Prozent ihrer Arbeitsplätze an Menschen mit Behinderung vergeben.

Dabei arbeiten und verdienen Mitarbeitende mit und ohne Handicap gleichermaßen. Durch das in großen Teilen am 1. Januar 2017 in Kraft getretene BTHG sollen die gesellschaftliche Teilhabe und die Möglichkeiten der Partizipation am ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung gestärkt werden. Dies hat auch Auswirkungen auf die Gründung von Inklusionsfirmen.

Hier stellen wir Ihnen die vier wichtigsten Schritte auf dem Weg zu einer erfolgreichen Inklusionsfirma vor. Wie gelingt es einem Unternehmen, sich als Inklusionsfirma auf dem Markt zu behaupten?

Schritt 1: Entwickeln und konkretisieren Sie Ihre Geschäftsidee

Zu Beginn sollten Sie eine Geschäftsidee entwickeln und diese konkretisieren. Wie bei jedem anderen Unternehmen hängt auch bei einer Inklusionsfirma der Erfolg von einer innovativen Geschäftsidee und ihrer Umsetzung ab.

Wie ist die Marktsituation? Besteht ein Bedarf an der Geschäftsidee? Ist die Idee sinnvoll und realisierbar? Welche Ressourcen und Fachkenntnisse erfordert die Geschäftsidee? Wie kann sollte vorgegangen werden?

Dies ist nur eine Auswahl an Fragen, die Sie stellen sollten. Gerade zu Beginn ist es eine Herausforderung, genaue Ziele zu definieren, jedoch eine sehr wichtige Aufgabe. Fragen zum Geschäftsfeld, der Expertise und den gesetzten Zielen und Maßnahmen können nicht einfach pauschal beantwortet werden. Vielmehr benötigen sie eine individuelle Lösung.

Schritt 2: Erstellen Sie einen Businessplan

Ist der erste Schritt getan, folgt die strategische Ausrichtung. Wie bei jedem erfolgreichen Unternehmen ist auch bei einer Inklusionsfirma ein professioneller Businessplan von großer Bedeutung.

Wie soll der Finanzplan aussehen? Und wie wird dieser erstellt? Ist ein Startkapital vorhanden? Wenn ja, in welcher Höhe?  Welche inhaltlichen Konzepte müssen ausgearbeitet werden und wie sehen diese aus? Welches Fachpersonal wird benötigt und wo kann es geworben werden?

Der Businessplan dient als Entscheidungsgrundlage und soll Ihr Unternehmen zukunftsfähig aufbauen. Somit sollte er alle für Ihr Unternehmen wichtigen Eckpunkte beinhalten. Bei der Erhebung von Informationen und der Erstellung eines zukunftsfähigen Businessplans ist es nie verkehrt, sich professionelle Hilfe mit ins Boot zu holen.

Schritt 3: Schaffen Sie Begleit- und Förderangebote

Im nächsten Schritt geht es darum, geeignete Begleit- und Förderangebote zu finden. Dies ist Voraussetzung für die Mitarbeitenden in einer Inklusionsfirma und wird auch durch das BTHG vorgeschrieben. Diese sollten immer personenorientiert und individuell auf Ihre Beschäftigten abgestimmt sein. Bei der inhaltlichen Gestaltung kann es außerdem sinnvoll sein, sich mit einem kompetenten Team zusammenzusetzen. So können Fragen zur individuellen Bedarfserhebung, der Entwicklung geeigneter Maßnahmen und deren Evaluation sowie der Wirksamkeit von Angeboten gemeinsam bearbeitet werden.

Schritt 4: Beantragen Sie Fördergelder

Als Inklusionsfirma haben Sie die Möglichkeit, Fördergelder zu beantragen. Dieser Schritt ist entscheidend bei der Gründung und dem Ausbau einer erfolgreichen Inklusionsfirma. Wann man einen Anspruch auf Fördergelder hat und wo man diese beantragt, hängt von der Region ab. In der Regel werden Zuschüsse aus der Ausgleichsabgabe jener Unternehmen finanziert, die der gesetzlichen Mindestvorgabe von fünf Mitarbeitenden mit Behinderung im Betrieb nicht nachkommen. Verwaltet und bewilligt werden Fördergelder von den jeweiligen Integrationsämtern.

Während des Prozesses, aber auch im laufenden Betrieb kann es immer wieder zu Holprigkeiten kommen. Wir als contec GmbH unterstützen Sie gerne bei der Gründung einer Inklusionsfirma und stehen Ihnen beratend zur Seite, sollte es zu wirtschaftlichen „Schieflagen“ im laufenden Betrieb kommen.

Text: Sebastian Matysek, Organisationsberater im Marktfeld Behindertenhilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe bei contec

Ewa Kulas, Projektassistentin contec GmbH