Top-News aus der Sozialwirtschaft

  • Freitag, 25 Januar 2019 13:59
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Lesen Sie hier aktuelle Neuigkeiten aus der Eingliederungs-, der Kinder- und Jugendhilfe zusammengetragen von Ihrem contec-Team.

  • Paritätischer Wohlfahrtsverband: „Starke-Familien-Gesetz“ keine ausreichende Hilfe für arme Kinder

    Ulrich Schneider, Verbandsvorsitzender des paritätischen Wohlfahrtsverband kritisiert die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen gegen Kinderarmut. Schneider zufolge seien die geplanten Zuschüsse zu niedrig und die Anträge – beispielsweise für den Kinderzuschlag – zu kompliziert. Eine einheitliche Kindergrundsicherung für alle Kinder sei die bessere Lösung. Der Gesetzentwurf gegen Kinderarmut schlägt unter anderem vor, das Kindergeld für Geringverdiener sowie den Zuschuss für das Schulmaterial zu erhöhen. Für Schneider seien die Erhöhungen nicht ausreichend genug. Ihm zufolge würden zu wenige Kinder von der Gesetzesänderung profitieren.

    Caritas NRW: Jugendämter sind überlastet

    Der Caritasverband in NRW kritisiert die Arbeitsüberlastung der Jugendämter. Vor allem kleinere Jugendämter seien betroffen, so der Münsteraner Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann. Dies liege unter anderem an dem Kinder- und Jugendschutz und der Gefährdungsbeurteilung. Zusätzlich fehlt in vielen Jugendämtern fachlich qualifiziertes Personal, das die steigende Anzahl an Fällen bearbeiten kann. Kessmann sieht zudem einen Fachkräftemangel in der Jugendhilfe. Um diesem entgegen zu wirken, müsse der Beruf in der Jugendhilfe attraktiver gestaltet werden.

    Immer mehr Kinder in staatliche Obhut genommen

    Laut Bundesregierung werden in Deutschland jedes Jahr mehr Kinder in staatliche Obhut genommen. Dabei bilden alleinreisende minderjährige Flüchtlinge die größte Gruppe. Laut Bundesfamilienministerium stieg die Zahl der Inobhutnahmen ohne diese Gruppe zwischen 2010 und 2017 von 33.521 auf 38.891 Kinder. Wie lange Kinder in Heimen oder Pflegefamilien leben, hängt vom Bundesland ab. Generell kehren im Bundesdurchschnitt 41 Prozent der Kinder und Jugendlichen nach der Inobhutnahme wieder zu ihren Eltern zurück. Dabei gilt: Je jünger die Kinder sind, desto länger befinden sie sich in der Regel in der Inobhutnahme.

    Neue Förderkonditionen bei der Aktion Mensch

    Die Aktion Mensch möchte in Zukunft noch mehr soziale Projekte für Menschen mit und ohne Behinderung unterstützen. Dafür soll neuen Projekt-Partnern der Einstieg in die Förderung erleichtert werden, indem die Förderprogramme der Aktion Mensch in die fünf Lebensbereiche Arbeit, Bildung und Persönlichkeitsstärkung, Mobilität, Freizeit sowie Wohnen unterteilt werden. Dadurch können neue Partner die eigene Projektidee thematisch leichter zuordnen und ein für sie passendes Förderprogramm finden. Zudem wurde die maximale Fördersumme von 300.000 Euro auf 350.000 Euro erhöht. Ab diesem Jahr gibt es bei Projekten und Anschubfinanzierungen einen 90-Prozent-Zuschuss – bisher waren maximal 70 Prozent möglich. Außerdem soll ein verbessertes Online-Instrument bei der Suche nach einem Förderangebot helfen

    Prüfung der Behindertenhilfe: Rechnungshof kritisiert Landesregierung

    Der Rechnungshof wirft der Landesregierung Rheinland-Pfalz vor, die Ausgaben der Sozialverbände für die Behindertenhilfe nicht ausreichend zu kontrollieren. Im Dezember hatte der Landtag ein Gesetz verabschiedet, das Kontrollen jederzeit möglich macht. In einem Brief des Landesrechnungshofs an die Regierung, welcher dem SWR vorliegt, wirft der Rechnungshof der Landesregierung vor, dieses nicht korrekt umzusetzen. Seit Jahren gibt es bereits Streit darüber, wie am besten kontrolliert werden kann, dass das Geld auch im Sinne der behinderten Menschen eingesetzt wird. Das neue Gesetz sieht nun vor, dass die Landesregierung in Zukunft ohne einen konkreten Anlass und ohne Ankündigung kontrollieren kann, ob die Sozialverbände das Geld auch richtig einsetzen und die Qualität des Einsatzes stimmt.

    Bundesteilhabegesetz: Gewinner und Verlierer in Niedersachsen

    Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) soll die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung verbessern und ihre Selbstbestimmung fördern. Zusätzlich sollen die Kosten der Eingliederungs-Hilfen besser kontrolliert werden. Dies hat auch Folgen für das Land Niedersachsen und die Kommunen. Bisher gab es eine bestimmte Aufteilung der Zuständigkeiten für Kommunen und Land: Für ambulante Dienste kommen die Kreise und kreisfreien Städte auf, für stationäre Einrichtungen wie Werkstätten oder Wohnheime das Land. Wenn zum 1. Januar 2020 die Reformstufe 3 in Kraft tritt, wird es einen neuen Ansatz geben. Die Kommunen kommen dann für Kosten der Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre auf, das Land für alle älteren Menschen mit Behinderungen. Dadurch sind Kommunen, die bisher viele vom Land bezahlte Tagesbildungsstätten, Wohnheime und Werkstätten hatten finanziell betroffen. Ebenso Kommunen, die einen hohen Anteil an jungen Menschen mit Behinderungen verzeichnen. In Niedersachsen gehören die meisten kreisfreien und größeren Städte wie Hannover und Braunschweig zu den Gewinnern. Verlierer sind dagegen unter anderem Vechta und die Kreise Emsland und Osnabrück.

    Debatte um die Behindertenhilfe

    Der Landtag in Rheinland-Pfalz hat beschlossen, die bundesweite Reform der Behindertenhilfe auch in ihrem Bundesland umzusetzen. Damit sollen die Lebensbedingungen für 40.000 Menschen verbessert werden. Somit sollen zum Beispiel Behinderte in Werkstätten zukünftig mehr Geld bekommen. Allerdings gibt es Streit, wer für die Umsetzung zahlen soll. Bisher teilen sich Land und Kommunen die Ausgaben für die Behindertenhilfe. Dazu gehören Betreuung, Unterbringung und Unterstützung. Dieses Jahr sind das in Rheinland-Pfalz voraussichtlich rund eine Milliarde Euro. Die Kommunen befürchten eine noch höhere Summe und haben bereits gefordert, dass das Land alleine die Ausgaben trägt. Auch der rheinland-pfälzische Landesrechnungshof hatte die Pläne des Landes kritisiert. Das Land hingegen befürchtet eine finanzielle Einschränkung in anderen Bereichen, sollte es die Kosten alleine tragen. Bis 2021 soll untersucht werden, ob die neue Reform zu Mehrkosten führt.

    Andreas Theurich leitet in Zukunft das Rauhe Haus in Hamburg

    Andreas Theurich (54) wird neuer Vorsteher des Rauhen Hauses in Hamburg. Der Pastor und Rektor an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie in Hamburg wird zum 1. Oktober Nachfolger von Pastor Friedemann Green (64). Während seiner Sitzung am 17. Dezember hatte der Verwaltungsrat Theurich zum Vorsteher gewählt. Theurich ist seit 2007 Dozent für Diakonie und Ethik an der Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie des Rauhen Hauses tätig und seit 2011 ihr Rektor. Zu seinen Forschungsthemen gehören Fragen des Diakoniemanagements und der Leitung von Diakonieunternehmen. Sabine Korb-Chrosch bleibt zweites Vorstandsmitglied. Das Rauhe Haus wurde vor 185 Jahren gegründet und ist eine sozial-diakonische Stiftung in Hamburg-Horn. Für das Rauhe Haus sind rund 1200 Mitarbeitende in der Betreuung, Pflege und Bildung tätig. Diese betreuen und unterstützen mehr als 1400 Menschen.

    Neuer Hauptgeschäftsführer bei der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten e. V.

    Markus Liebendörfer (51) ist neuer Hauptgeschäftsführer bei der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten e. V. Liebendörfer war zuletzt Hauptamtlicher Vorstand  der „Teilhabe Berufliche Bildung und Arbeit“ der Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg e.V. Liebendörfer löst nun Geschäftsführers Dirk Ringer ab und ist jetzt für die Bereiche Werkstätten und Verein verantwortlich. Außerdem hat Bernd Gärtner (60) die neu geschaffene Stelle des Geschäftsführers Wohnen angetreten. Zusammen mit dem Geschäftsführer Robin Kaupisch, der für die Verwaltung, offene Hilfen, Berufliche Bildung sowie für die Integrationsfirma multicap gGmbH und deren CAP-Märkte zuständig ist, bilden Liebendörfer und Gärtner eine gleichberechtigte Geschäftsführung. Markus Liebendörfer fungiert dabei als ihr Sprecher.