Kreis Wesel: Neuausrichtung der Suchthilfe

Kunde
Kreis Wesel - Fachdienst Gesundheitswesen
Branche
Sozialwirtschaft | Suchthilfe
Beratungs-leistung
Organisationsberatung
Type
Ausgangslage
Die Suchthilfe im Kreis Wesel umfasste bislang 4 Drogen- und 2 Suchtberatungsstellen mit einem eher traditionellen Suchtkonzept, das auf der Trennung von illegalen und legalen Drogen sowie der Unterscheidung von Prävention und Beratung, Alter und Regionalität basierte. Die Struktur war geprägt von unterschiedlichen Rahmenbedingungen, abhängig von den gesetzlichen und lokalen Finanzierungsgrundlagen. Die Angebote waren in die jeweilige Trägerstruktur eingebettet, wobei vorwiegend eine Komm-Struktur bestand.
contec wurde beauftragt, die bestehenden Hilfestrukturen vor dem Hintergrund neuer gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und veränderter Bedarfslagen zu überprüfen und in einem partizipativen Prozess ein modernes, fachlich fundiertes Suchthilfekonzept zu entwickeln, welches eine Entscheidungsgrundlage für die politischen Vertretungen im Kreis Wesel darstellt. Ziel war es, eine verlässliche, niedrigschwellige und effiziente Beratungsstruktur für alle Bürger*innen im Kreis Wesel zu entwickeln. Weitere Ziele: Nutzung von Synergieeffekten, Vermeidung von Parallelstrukturen, Effizienzsteigerung.
Unser Vorgehen
- Projektinitiierung: Schaffung eines einheitlichen Auftragsverständnisses und Etablierung der Projektstruktur; Kick-off-Veranstaltung mit Vertreter*innen des Kreises, der Jugendämter sowie Leitungskräften und Mitarbeiter*innen der Sucht- und Drogenberatungsstellen (Open-Space-Format)
- IST-Analyse: Dokumentenanalyse; Recherche und Auswertung – statistische Quellen, aktuelle Studienlage Sucht und Drogen; Interviews, teilweise in Gruppensettings, mit Vertreter*innen der Träger der Jugendhilfe, Trägern des Gesundheitswesens, der Sucht- und Drogenberatung sowie ausgewählten Stakeholder*innen; Begehungen der bestehenden Beratungsangebote; Stakeholder-Workshop; Auswertung der Ergebnisse, Formulierung der SOLL-Anforderungen, Ableitung wesentlicher Handlungsfelder und -bedarfe; Workshop mit der Projektgruppe – Reflexion und Konkretisierung der IST-Analyse; Erstellung Zielbild
- SOLL-Konzeption: Entwicklung und Bewertung mehrerer Ziel-Szenarien; Präsentation und Diskussion in einem weiteren Workshop; Auswahl des Ziel-Szenarios; Darstellung der strukturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen
- Empfehlung und Abschlussbericht: Ausarbeitung der SOLL-Konzeption mit Zeitplan und Umsetzungsempfehlungen
Das Ergebnis
Das neue Suchthilfekonzept im Kreis Wesel sieht vier Suchthilfezentren mit einem einheitlichen, umfassenden Beratungs- und Präventionsangebot sowie zusätzlichen Spezialisierungen vor, die unabhängig von Wohnort und Suchtmittel in Anspruch genommen werden können. Die neu geschaffene Struktur gewährleistet eine gute Erreichbarkeit, niedrigschwellige Zugänge und die Nutzung fachlicher Synergien. Mit Empfehlungen, u. a. für das Projektmanagement, die Kommunikation und die fachlich-inhaltliche Weiterentwicklung, wurde eine solide Basis für den Umsetzungsprozess geschaffen.
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