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    22. und 23. April 2026, Bochum

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    Fachtag Zukunfts­werkstatt:
    KI – Chancen und Risiken

    26. Februar 2026, Iserlohn

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    Rückblick: Fachtag Zukunftswerkstatt – Zwischen Technologie und Verantwortung

    Rückblick: Fachtag Zukunftswerkstatt – Zwischen Technologie und Verantwortung
    Fachtag Zukunftswerkstatt – Zwischen Technologie und Verantwortung
    4:38

    Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt in rasantem Tempo. Auch in Werkstätten für Menschen mit Behinderung gibt es dazu erste Impulse oder Ideen, allerdings steht zum Teil noch eine systematische Auseinandersetzung aus. Der von contec und der Iserlohner Werkstatt gGmbH organisierte Fachtag „Zukunftswerkstatt KI“ am 26. Februar 2026 in Iserlohn bot Führungskräften die Möglichkeit, sich mit den strategischen, ethischen und organisationalen Konsequenzen von KI in WfbM auseinanderzusetzen.

    KI als Chance für mehr Teilhabe

    Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass die neue Technologie gerade für Menschen mit Behinderung enorme Potenziale bietet. Dr. Anja Gerlmaier vom Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen stellte Ergebnisse des „FriendlyTechChecks“ vor, an dem Beschäftigte und Gestaltungsverantwortliche der Iserlohner Werkstätten beteiligt waren. Die Mehrheit der Befragten bewertet den Einsatz von KI positiv. Sie verbinden damit vor allem mehr Autonomie und zusätzliche Handlungsspielräume.

    Wie eine solche digitale Hilfestellung konkret aussehen kann, zeigte Eckard Bicker (delta3 GmbH). Individualisierte Assistenzsysteme begleiten Menschen mit Behinderung beim Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt und stellen sicher, dass die Begleitung auch außerhalb der Werkstatt wie gewohnt fortgeführt wird. Auch im Werkstattalltag selbst bieten sie verschiedene Einsatzmöglichkeiten. So lassen sich beispielsweise Schritt-für-Schritt-Anleitungen erstellen, die auf die jeweiligen Beschäftigten zugeschnitten sind und so die Möglichkeit einer engen, individuelle nutzbaren Erklärung oder Hinweisung bieten.

    Rechtlicher Rahmen und Governance: KI braucht Leitplanken

    Neben den Potenzialen standen auch die regulatorischen Anforderungen im Fokus. Rechtsanwalt Dr. Ralf Heine (Aulinger Rechtsanwälte und Notare) ordnete die Bedeutung der EU-KI-Verordnung für Werkstätten ein. Seine Empfehlung: Organisationen sollten frühzeitig eine KI-Governance etablieren. Einen besonderen Stellenwert haben dabei die Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeitenden. Wohlbemerkt: nicht als einmaliges Projekt, sondern als kontinuierlicher Prozess.

    „KI ist kein Technikthema, sondern eine Führungsaufgabe“

    Den strategischen Rahmen setzte Birgitta Neumann, Leiterin des Geschäftsbereichs Sozialwirtschaft bei contec. Gemeinsam mit Claudia Salterberg von den Iserlohner Werkstätten hatte sie zum Fachtag eingeladen. Ihre zentrale Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung: KI ist kein Technikthema, sondern eine Führungsaufgabe. Werkstätten für Menschen mit Behinderung bewegen sich in einem besonders regulierten und schutzbedürftigen Kontext. Neumann betonte: „Gerade hier ist es Aufgabe des Managements, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen und eine Kultur zu etablieren, die Veränderung ermöglicht und aktiv gestaltet.“ KI würde Führung nicht ersetzen, sondern sie verschärfen. Nicht die technologische Leistungsfähigkeit entscheidet über den Erfolg oder Misserfolg, sondern die Qualität der Führung.

    Davon ist auch Dr. Jan Schröder überzeugt, der bei contec den Geschäftsbereich Innovation und Vernetzung leitet: „Geschäftsführungen von WfbM stehen vor der Aufgabe, KI nicht nur zuzulassen, sondern sie verantwortungsvoll, reflektiert und im Sinne ihres Auftrags zu steuern.“

    Vom Diskurs zur Umsetzung

    Wie die ersten Schritte in der eigenen Werkstatt aussehen könnten, war Thema des Praxisteils am Nachmittag. Unter Anleitung von Philipp Tessin (contec) arbeiteten die Teilnehmenden mit der Methode LEGO® SERIOUS PLAY®, um eigene Strategien und Fragestellungen rund um KI gemeinsam zu reflektieren. Einen weiteren praxisnahen Ansatz zum Einsatz digitaler Assistenzsysteme stellte Claudia Salterberg als Vorsitzende des DAAAP Netzwerks vor. Ziel dieses Zusammenschlusses von derzeit 139 Werkstätten ist es, Hürden abzubauen, die Menschen mit Behinderung den Zugang zu modernen digitalen Assistenzsystemen erschweren. Neben Erfahrungs- und Wissensaustausch sowie kostenloser IT-Beratung gehören unter anderem auch kostenlose Leihgeräte, Exkursionen und die Unterstützung bei Förderanträgen zum Angebot des Netzwerks.

    Dass der Fachtag einen Nerv traf, zeigte sich am Ende der Veranstaltung. Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt: „KI leistet auf verschiedenen Ebenen eine wertvolle Unterstützung, das ist mir heute klargeworden. Trotzdem braucht es nach wie vor den Menschen, um KI sinnvoll und sicher einzusetzen.“

    Text: Annette Borgstedt
    Bild: @contec

    Birgitta Neumann

    Birgitta Neumann ist Partnerin und Mitglied der Geschäftsleitung von contec. Sie leitet den Geschäftsbereich Sozialwirtschaft und verantwortet damit die Beratung für Unternehmen der Eingliederungs- und der Kinder-und Jugendhilfe. Birgitta Neumann ist unter anderem spezialisiert auf die strategische Neuausrichtung und Positionierung sozialer Einrichtungen im Wettbewerbsumfeld.