Was verdienen Einrichtungsleitungen der stationären Altenhilfe? 5 Fakten

Vergütung Einrichtungsleitungen
Dienstag, 25 August 2020 08:16

Was verdienen Einrichtungsleitungen und Pflegedienstleitungen in der stationären Altenhilfe? Dieser Frage geht die neue contec Vergütungsstudie 2019 auf den Grund. Die Ergebnisse der Befragung von 226 Einrichtungs- und Pflegedienstleitungen liefern einen Benchmark für die Branche. Sie bieten Orientierung für Leitungskräfte und deren Gehaltsverhandlungen, aber auch für Arbeitgeber und deren Positionierung im Wettbewerb. Wir fassen 5 Kernerkenntnisse der Studie für Sie zusammen.

1. Einrichtungsleitungen verdienen im Schnitt rund 68.000 Euro brutto im Jahr.

Die Vergütungsstudie 2019 für Einrichtungsleitungen und Pflegedienstleitungen der stationären Altenhilfe gibt Vergleichswerte für das Bruttogesamtgehalt und die verschiedenen Gehaltskomponenten. Zu diesen zählen neben dem Jahresfestgehalt: variable bzw. leistungsbezogene Vergütung, ein Firmenwagen (zur privaten Nutzung), eine betriebliche Altersversorgung und sonstige materielle Zusatzleistungen. Das Bruttogesamtgehalt der befragten Einrichtungsleitungen liegt im Median* bei 67.875 Euro. Das der Pflegedienstleitungen liegt mit 54.211 Euro rund 20 Prozent darunter.

2. Je größer die Einrichtung, desto höher die Vergütung.

Bruttogesamtgehalt Einrichtungsleitungen

Quelle: contec Vergütungsstudie, Angaben für 2018.

Die Studie zeigt: Es besteht ein struktureller Zusammenhang zwischen der Einrichtungsgröße und der Höhe der Vergütung. Da die Vergleichswerte nach Einrichtungsgröße gemessen an der Anzahl der Beschäftigten, der vollstationären Betten bzw. Plätze sowie Umsatz dargestellt werden, kann man deutlich ablesen, wie hoch die Vergütungen je nach Einrichtungsgröße ausfallen. Ein ähnlicher Zusammenhang lässt sich auch für Pflegedienstleitungen erkennen. Bereits in der contec Vergütungsstudie 2018 für das Top-Management der Sozialwirtschaft war die Einrichtungs- bzw. Trägergröße der entscheidende Faktor für die Höhe der Vergütung.

3. Variable Vergütung spielt keine große Rolle.

Bei Einrichtungsleitungen macht das Jahresfestgehalt 95 Prozent des Bruttogesamtgehalts aus. 34 Prozent der befragten Leitungskräfte gaben an, variable Vergütungsbestandteile zu erhalten. Diese belaufen sich bei den hier befragten Einrichtungsleitungen im Median auf 4.500 Euro im Jahr. Zusatzleistungen wie vermögenswirksame Leistungen, Fahrtkosten-, Verpflegungs-, Miet- oder Kinderbetreuungszuschüsse erhalten 49 Prozent der befragten Einrichtungsleitungen. Bei Pflegedienstleitungen wird das Bruttogesamtgehalt noch stärker durch das Jahresfestgehalt geprägt. Dieses macht 99 Prozent des Bruttogesamtgehalts aus und damit spielen variable Vergütungen sowie Zusatzleistungen für diese Position kaum eine Rolle.

4. Trägerschaft, Geschlecht und Qualifikation beeinflussen die Höhe der Vergütung.

Es gibt auch andere Faktoren, die die Höhe der Vergütung von Einrichtungsleitungen beeinflussen: die Trägerschaft, das Geschlecht und die Qualifikation. Befragte Einrichtungsleitungen von freigemeinnützigen Trägern verdienen etwa 7 Prozent mehr als ihre Kolleg*innen bei privaten Trägern. Frauen unter den Befragten verdienen im Schnitt 13 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Und je höher die Qualifikation – sowohl beim Schulabschluss als auch bei der Ausbildung – desto höher ist erwartungsgemäß auch die Vergütung. Diese drei Faktoren lassen sich nicht allein durch die Einrichtungsgröße erklären.

5. Die Mehrheit ist zufrieden mit dem eigenen Arbeitsplatz.

Eine wichtige Erkenntnis: Die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz scheint nicht nur mit der finanziellen Vergütung zusammenzuhängen. Während nur 57 Prozent der Einrichtungsleitungen sich angemessen vergütet fühlen, sind zwei Drittel der Befragten zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz. Drei Viertel würden ihren Arbeitgeber weiterempfehlen. Für Träger heißt das, dass auch nicht-monetäre Attraktivitätsfaktoren eine wichtige Rolle für die Zufriedenheit der Führungskräfte spielen. Immerhin 75 Prozent erhalten solche immateriellen Zusatzleistungen. Am meisten verbreitet sind flexible Arbeitszeitmodelle, insbesondere die Vertrauensarbeitszeit.

„Was verdienen Einrichtungsleitungen der stationären Altenhilfe?“

vergütung_einrichtungsleitungen

E-Paper zur Studie

Die contec Vergütungsstudie 2019 bietet übersichtliche Diagramme, an denen sich die Gesamtvergütungen und einzelne Vergütungskomponenten von Einrichtungsleitungen gemessen an der Einrichtungsgröße vergleichen lassen. Weitere Zusammenhänge wie Trägerschaft, Unternehmensstruktur, Rechtsform und Berufserfahrung werden hergestellt.

Das gibt Einrichtungsleitungen die Möglichkeit, ihre eigene Vergütung mit den Vergütungsstrukturen in ähnlichen Einrichtungen zu vergleichen. Auch Pflegedienstleitungen erhalten wertvolle Informationen, wie sie sich im Vergleich zu Einrichtungsleitungen und im Tarifvergleich positionieren können. Arbeitgeber können anhand der Übersichten die Angemessenheit und Wettbewerbsfähigkeit der Vergütung ihrer Führungskräfte einschätzen.

Die Studie sensibilisiert aber auch dafür, dass Geld buchstäblich nicht alles ist, sondern Zufriedenheit auch über nicht-monetäre Attraktivitätsfaktoren hergestellt werden kann. Wichtig ist vor allem der Mix aus angemessener finanzieller Vergütung und nicht-materiellen Zusatzleistungen.

* Median ist der Wert, der genau in der Mitte einer Datenverteilung liegt. Die eine Hälfte aller Individualdaten ist immer kleiner, die andere größer als der Median. Bei einer geraden Anzahl von Individualdaten ist der Median die Hälfte der Summe der beiden in der Mitte liegenden Werte. Quelle: Statista

Info
Autor*innen: Nico Dahm, Philipp Heinen, Benjamin Herten, Prof. Gabriele Moos, Dr. Thomas Müller. Erhältlich als E-Book für 19,95 Euro. Bei Interesse finden Sie hier das Bestellformular oder Sie wenden sich an kontakt@contec.de.

Text: Marie Kramp

Benjamin Herten

Benjamin Herten contec

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