Digitale Teilhabe fördern: CBP Digital-Preis erstmals verliehen

Digital-Preis
Mittwoch, 27 November 2019 14:48

Am 13. November 2019 wurde erstmals der Digital-Preis des Bundesfachverbands Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V. (CBP) verliehen, der die Förderung von Teilhabe für Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen durch digitale Innovationen zum Ziel hat. Den ersten Platz erhielt ein Projekt des Sozialwerks St. Georg. Die contec GmbH und conQuaesso® Advertising unterstützten neben anderen Partnern den innovativen Preis auch als Sponsoren. Als Schirmherrin des Preises trat die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Staatsministerin Dorothee Bär, auf.

Die Nutzung von digitalen Medien und assistiven Technologien für Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen ist heute noch nicht selbstverständlich. Dafür gibt es verschiedene Gründe – nicht selten auch die Kostenfrage. Der CBP Digital-Preis trägt der Tatsache Rechnung, dass digitale Teilhabe allen Menschen ermöglicht werden sollte und dass sich durch den Einsatz digitaler Technologien große Chancen für Teilhabe ergeben.

Birgitta Neumann, Marktfeldleiterin Eingliederungshilfe und Kinder- und Jugendhilfe der contec GmbH, Unternehmens- und Personalberatung der Gesundheits- und Sozialwirtschaft, hat an der Konzeption des Preises mitgewirkt und erklärt: „Die Projekte, die mit dem Preis ausgezeichnet werden, sollen nicht nur innovativ, sondern insbesondere auch nachhaltig sein. Das heißt, dass sie in die Strukturen der Organisation eingebunden sein sollten. Ebenfalls sollten sie, gegebenenfalls in adaptierter Form, auf andere Organisationen übertragbar sein.“

Johannes Magin, 1. Vorsitzender des CBP, stellt fest: „Wir setzen mit dem Digital-Preis einen Impuls in der Eingliederungshilfe und Psychiatrie – aber auch darüber hinaus in der Politik, Forschung und Wirtschaft. Die erfreuliche Zahl eingegangener Bewerbungen zeigt uns, dass wir mit dem Preis ein wichtiges Thema anstoßen und dass schon viele Einrichtungen und Dienste den Weg der digitalen Teilhabe beschreiten.“

Für den Preis konnten sich verbandsübergreifend alle Einrichtungen und Dienste der Eingliederungshilfe und Psychiatrie bewerben, die erfolgreich digitale Projekte oder Maßnahmen umsetzen oder auch bereits umgesetzt haben. Die Projekte können in Eigenregie, in Kooperation mit Start-Ups, Leistungsträgern, Selbsthilfeverbänden oder Anbietern von Dienstleistungen aus dem Bereich digitale und assistive Technologien und möglichst gemeinsam mit Menschen mit Behinderung bzw. psychischen Erkrankungen angelegt sein.

Das Sozialwerk St. Georg Westfalen-Süd gGmbH belegte bei der Verleihung den ersten Platz mit der Initiative „Digital dabei!“ (Preisgeld: 6.000 Euro). Diese bringt digitale Medien in den Alltag von Menschen mit Assistenzbedarf. Teil des Projekts ist die Stärkung der Medienkompetenz und die Ausbildung von Medienberater*innen im Sinne eines Peer-to-Peer-Ansatzes. Das Konzept des Empowerments ist hierbei handlungsleitend. In einem überregionalen Netzwerk wird das Gesamtkonzept auch auf andere Standorte übertragen.

Der zweite Platz ging an die CAB Ulrichswerkstätten Schwabmünchen für das selbstentwickelte, barrierefreie Informationssystem CABito (Preisgeld: 4.000 Euro). Das Projekt war zunächst als hausinterne Kommunikationslösung entwickelt worden, bildete sich dann aber zu einem eigenen Geschäftszweig heraus. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) erhielt den dritten Platz für eine inklusive Museums-App (Preisgeld: 2.000 Euro). In Zusammenarbeit mit der Berlinischen Galerie wurde dank der App und weiterer Maßnahmen die Dauerausstellung des Museums für blinde und sehbehinderte Menschen barrierefrei gestaltet. Mehr Informationen zu den Preisträgerprojekten: www.cbp.caritas.de/digital-preis