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    Transformationsdruck: Wie die Sozialwirtschaft ihre Zukunft neu denkt

    Transformationsdruck: Wie die Sozialwirtschaft ihre Zukunft neu denkt
    Transformationsdruck: Wie die Sozialwirtschaft ihre Zukunft neu denkt
    6:38

    Einen Blick in die Zukunft der Sozialwirtschaft haben am 22. und 23. April die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Management- und Personalkongresses in Bochum geworfen. Die wichtigste Erkenntnis: Wer den Wandel aktiv gestaltet und bereit ist, neue Wege auszuprobieren, kann den vielfältigen Herausforderungen der Branche wirksam begegnen.

    Mit dem Deutschen Bergbaumuseum hatten das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) und die Organisationsberatung contec als Veranstalter einen symbolträchtigen Ort für die zweitägige Fachveranstaltung gewählt: Kaum eine andere Region steht so sehr für den Strukturwandel wie das Ruhrgebiet mit seiner Bergbaugeschichte.

    Strukturwandel in der Sozialwirtschaft

    Die Parallelen zur Sozialbranche sind offensichtlich, denn auch diese steht unter erheblichem Transformationsdruck. „Wir alle nehmen wahr, dass sich die Rahmenbedingungen eklatant verändern, nicht zuletzt durch Themen wie Fachkräftemangel, gesellschaftliche Transformation und Künstliche Intelligenz“, brachte contec-Geschäftsführer Thomas Müller die aktuellen Herausforderungen bei der Eröffnung auf den Punkt.

    Diakonie-Vorstand Christian Heine-Göttelmann betonte, dass die Soziale Arbeit trotz aller Umbrüche vor allem von engagierten, fachkundigen Menschen lebt. Seine Leitfrage: „Wie gelingt es uns, in Zeiten von Fachkräftemangel Menschen und Organisationen sinnvoll miteinander zu koppeln?“

    Change by Design: Von der Analyse zu konkreten Lösungsansätzen

    Erste Antworten lieferte der Management-Experte und Innovationsforscher Prof. Dr. Jan Tietmeyer von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen. Mithilfe der Methode „Design Thinking“ analysierte er die Lage der Sozialwirtschaft und ging der Frage nach, wie sie ihre eigene Mission bewahren kann. Seine Empfehlung an die Führung der Branche: verbandsübergreifende strategische Allianzen bilden, um die großen Aufgaben der Zeit gemeinsam anzugehen. Außerdem: weniger auf Einzelfallfinanzierungen setzen und das Konzept der Sozialraumorientierung neu denken.

    Sozialstaat unter Druck: Zwischen Reformbedarf und Vertrauensfrage

    Bei einer Podiumsdiskussion, an der Vertreterinnen und Vertreter der Freien Wohlfahrtspflege (Sabine Hirte, Vorstandsvorsitzende Evangelisches Johanneswerk; Michael Schmidt, Vorstandsvorsitzender Diakonie Düsseldorf) sowie aus Politik und Kommunen (Staatssekretär Lorenz Bahr-Hedemann aus dem NRW-Familien- und Fluchtministerium; Takis Mehmet Ali, Landesrat für Soziales im Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Daniela Schneckenburger, Beigeordnete Deutscher Städtetag für Bildung, Integration, Kultur, Sport und Gleichstellung) teilnahmen, stand die Zukunft des Sozialstaats im Mittelpunkt. WDR-Radiomoderator Uwe Schulz führte souverän und mit pointierten Fragen durch die Diskussion wie auch durch den gesamten Kongress.. Vor dem Hintergrund eines zuvor geleakten Vorschlagsbuchs einer Länder-Bund-Arbeitsgruppe warnten die Teilnehmenden davor, Grundlagen wie Subsidiarität, individuelle Rechtsansprüche und soziale Teilhabe infrage zu stellen. Gleichzeitig verwiesen sie auf den wachsenden finanziellen Druck auf die öffentlichen Haushalte sowie den Fachkräftemangel als Treiber notwendiger Veränderungen. Einigkeit bestand darin, dass tragfähige Lösungen nur im gemeinsamen Dialog und auf Grundlage gegenseitigen Vertrauens entstehen können.

    Fachkräftesicherung neu denken: Potenziale älterer Mitarbeitender

    Den Impuls, dass das Management sozialer Einrichtungen ältere Mitarbeitende stärker in den Blick nehmen und den Übergang in den Ruhestand rechtzeitig ansprechen sollte, brachte Arbeitswissenschaftlerin Dr. phil. Nina Garthe (Bergische Universität Wuppertal) ein. Erfahrungsgemäß seien viele Beschäftigte vier bis fünf Jahre vor ihrem geplanten Ausscheiden noch offen für eine Weiterbeschäftigung – diese Zeit sollten Personaler nutzen, andernfalls verlasse ein Großteil den Job, noch bevor das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht würde.

    KI in der Sozialwirtschaft: Chancen, Grenzen und Verantwortung

    Mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz (K)) in der Sozialwirtschaft sinnvoll eingesetzt werden kann und wo ihre Grenzen liegen, befassten sich Prof. Dr. habil. Dennis Klinkhammer (FOM Hochschule) und Prof. Dr. Marc Augustin (Evangelische Hochschule Bochum). Für Klinkhammer steht außer Frage, dass KI die soziale Arbeit grundlegend verändern wird. Entscheidend sei deshalb, diesen Wandel mitzugestalten. Er appellierte an die Führungskräfte, Datenkompetenz als Kernkompetenz zu etablieren und gezielt „Promoter*innen“ mit IT-Affinität einzusetzen, die die digitale Transformation vorantreiben. Augustin ergänzte diese Aspekte um ethische Leitplanken für den KI-Einsatz im Sozialwesen, darunter das Prinzip der „Menschenzentrierung“. Die Verantwortung für wesentliche Entscheidungen müsse stets beim Menschen verbleiben.

    Von der Strategie zur Praxis: KI in sozialen Organisationen

    Praxisnahe Einblicke, wie KI in sozialen Organisationen eingeführt werden kann, gaben die Vorträge von Elke Eckardt, CEO der Evangelischen Heimstiftung, und Birgitta Neumann, Partnerin und Mitglied der Geschäftsleitung von contec. Eckardt stellte die KI-Strategie des größten baden-württembergischen Pflegeunternehmens vor. Diese ist eng an der Gesamtstrategie gekoppelt. Sie ermutigte dazu, die Chancen von KI aktiv zu nutzen, statt sie als „Schatten-KI“ unkontrolliert entstehen zu lassen. Auch Neumann zeigte sich überzeugt, dass Digitalisierung und KI nur dort ihre Wirkung entfalten, wo es eine klare Strategie, Strukturen und Verantwortlichkeiten gibt. Ihr Fazit: „Nicht die Technologie entscheidet über Wirkung, sondern die Fähigkeit einer Organisation, Veränderung strategisch zu führen und nachhaltig zu verankern.“

    Dialog, Vernetzung und Aufbruchsstimmung

    Ergänzt wurde das Programm von verschiedenen Deep-Dives, bei denen die Teilnehmenden Gelegenheit hatten, sich über Themen wie „Resiliente Organisationen“ oder „Weg von der Innovationsinsel – rein in die Organisationsentwicklung“ auszutauschen. Das Abendprogramm – mit Sektempfang auf dem Fördergerüst des Bergbaumuseums, einer Führung „unter Tage“ und einem gemeinsamen Essen – bot darüber hinaus reichlich Raum für Vernetzung und vertiefende Gespräche. Kirsten Schwenke, Vorständin beim Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe, fasste die Eindrücke der zwei Tage zusammen: „Ich gehe hier mental gestärkt und im Zukunftsmodus raus und bin dankbar für die vielen Impulse.“

    Text: Annette Borgstedt
    Fotos: ©contec

     

     

     

    contec PR

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