In vier Schritten zur erfolgreichen Employee Journey

Mittwoch, 27 November 2019 14:14

Führungskräfte sollten die Reise, die Bewerber*innen und Mitarbeitende entlang sämtlicher Berührungspunkte mit ihrem Arbeitgeber unternehmen, so positiv wie möglich gestalten. Die Idee der Candidate & Employee Journey beschreibt einen strategischen Perspektivwechsel in der Personalarbeit und -führung. Die unterschiedlichen Touchpoints der Mitarbeitenden mit dem Arbeitgeber, von Eintritt bis Austritt, werden dabei aus der Brille der Mitarbeitenden betrachtet und aktiv gestaltet.

Ziel ist es, nicht nur die Zufriedenheit, sondern vor allem das Arbeitsengagement der Mitarbeitenden und ihre Leistungsfähigkeit zu stärken. Die Schaffung einer ressourcenreichen Arbeitsumgebung ist hierfür zentral. Ressourcen können u. a. folgende sein: Handlungsspielraum, Aufgabenvielfalt, Zugang zu Informationen, Unterstützung durch Kollegium und Vorgesetzte, empfundene Wertschätzung oder das Unternehmens-/Teamklima. Diese Ressourcen erscheinen zunächst schwer greif- und steuerbar. An ganz konkreten Kontaktpunkten der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen werden sie jedoch deutlich – und auch aktiv veränderbar.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Weg zum Perspektivwechsel mit der Employee Journey erfolgreich gehen können:

Schritt 1: Definition der Touchpoints

Definieren Sie zunächst die Touchpoints. Dabei sollten Sie die Perspektive der Mitarbeitenden, und damit ihre Interessen, einbeziehen. Das gelingt mithilfe von Workshops oder Interviews. Im besten Fall binden Sie neue, langzugehörige, ausgeschiedene und zurückgekehrte Mitarbeitende ein, um alle Facetten der Mitarbeiterperspektive zu erfassen. Ziel ist die Erarbeitung der aus Mitarbeitersicht relevanten unterschiedlichen Phasen im Unternehmen mit konkreten Touchpoints. Dabei sind nicht alle Touchpoints für alle Mitarbeitenden relevant. Eventuell lohnt es sich, Zielgruppen zu unterscheiden, d. h. verschiedene Personas zu entwickeln.

Schritt 2: Employee Journey Map

Aus den definierten Touchpoints lässt sich schließlich die Journey des Mitarbeiters durch das Unternehmen beschreiben – es entsteht eine Employee Journey Map. Diese sollte einer Rückkopplung mit Personalabteilung und Management unterzogen werden.

Schritt 3: Sicht der Mitarbeitenden auf die Touchpoints

Das Unternehmen muss sich entlang der Journey Map mit den Fragen auseinandersetzen: Was brauchen unsere Mitarbeitenden von uns an diesem konkreten Touchpoint? Wo liegen aktuell unsere Stärken und Schwächen? Im Rahmen von quantitativen und / oder qualitativen Befragungen sollten hier die Mitarbeitenden erneut miteinbezogen werden. Wichtig ist auch, dass das Management den Perspektivwechsel vermittelt und die entwickelte Map in der Mitarbeiterschaft vorstellt.

Schritt 4: Optimierung der Employee Journey

Auf Grundlage des Workshops und der Befragungsergebnisse lassen sich schließlich Handlungsbedarfe und -empfehlungen ableiten. Diese gilt es umzusetzen: Handlungsbedarf besteht insbesondere an den Touchpoints, die von den Mitarbeitenden als äußerst wichtig eingestuft, aber als weniger positiv erlebt werden.

Durch die Gestaltung einer positiven Employee Journey können Sie Loyalität, Vertrauen und Identifikation Ihrer Mitarbeitenden fördern. Eine gute Arbeitsatmosphäre kann eine Verbesserung der Dienstleistungsqualität ermöglichen: Motivierte und engagierte Mitarbeitende empfinden die Arbeit als befriedigend, setzen sich ein und arbeiten produktiv. Auf diese Weise entsteht auch eine positive Mundpropaganda. Positive Erfahrungen mit dem Arbeitgeber werden im Bekanntenkreis geteilt, mitunter auch in sozialen Medien. Im Idealfall werben Mitarbeitende neue Mitarbeitende.

Eine positive Employee Journey hat also unmittelbar positiven Einfluss auf das Image und die Personalgewinnung. Unternehmen mit einer positiven Employee Journey haben aus dieser Sicht einen klaren Wettbewerbsvorteil. Der Perspektivwechsel gibt Ihnen die Chance, Ansatzpunkte zu finden, um die Bindung Ihrer Mitarbeitenden zu erleichtern und zu verbessern. Der Ansatz steht dabei für eine Haltung der handelnden Personen einer Organisation, die sich dadurch auszeichnet, dass Mitarbeitende umworben werden müssen. Führungskräfte sind operative Gestalter*innen der Journey!

Text: Esther Niehoff/Linda Englisch
Foto: Matt Howard/Unsplash

Esther Niehoff

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