Vergütungsstudie 2021: Vergleichszahlen für die Sozialwirtschaft

Vergütung 2021 Vergleichszahlen
Dienstag, 03 August 2021 15:21

Die contec Vergütungsstudie 2021 stellt Daten über die Höhe und Zusammensetzung der Vergütung von Geschäftsführungen und Vorständ*innen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft bereit. Wir haben für Sie in diesem Beitrag einige spannende Ergebnisse aus der neuerschienenen Studie ausgewählt.

Fragen zur Vergütung bewegen die Branche:

  • Welche Vergütung ist in der Sozialwirtschaft für Führungskräfte im Top-Management branchenüblich und wettbewerbsfähig?
  • Wie sind die Gehälter im Verhältnis zu anderen Branchen zu bewerten?
  • Und welche Vergütung ist angemessen vor dem Hintergrund der Gemeinnützigkeit?

Um diese Fragen zu beantworten, braucht es Vergleichsmaßstäbe und Transparenz. Diesen Bedarf äußern auch die von uns befragten Geschäftsführungen und Vorständ*innen. Daher erheben und veröffentlichen wir seit 2004 regelmäßig Vergütungsdaten für die Branche.

In der neuen Studie haben wir nun die Höhe und Zusammensetzung der Vergütungen von Geschäftsführungen und Vorständ*innen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft bezogen auf das Jahr 2020 ermittelt. Die Vergütung kann sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammensetzen, die gemeinsam das Bruttogesamtgehalt bilden. Den größten Anteil daran hat i.d.R. das Jahresfestgehalt, die garantierte, regelmäßige Vergütung (einschließlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie sonstiger fester 13. Entgeltkomponenten).

So setzt sich durchschnittlich das Bruttogesamtgehalt unserer Befragten zusammen:

  • Festgehalt: 91 Prozent
  • Firmenwagen und Altersversorgung: 6 Prozent
  • Variable Vergütung: 4 Prozent*

Schaut man nur auf diejenigen Befragten, die eine variable Vergütung erhalten, ist das Festgehalt durchschnittlich für 84 Prozent des Gesamtgehalts verantwortlich, die variable Vergütung für 11 Prozent.

1. Das Top-Management der Branche verdient im Schnitt 121.500 Euro.

Vergütungsstudien Steigerung BruttoDas Bruttogesamtgehalt der von uns befragten Geschäftsführungen und hauptamtlichen Vorständ*innen beträgt im Median** 121.500 Euro pro Jahr. Damit konnten wir eine Steigerung von 7 Prozent gegenüber der contec Vergütungsstudie 2018 feststellen. Das Jahresfestgehalt als größte Vergütungskomponente liegt im Median bei 110.000 Euro pro Jahr. Diesen beiden Werten liegt eine durchschnittliche Unternehmensgröße von im Median 435 Beschäftigten bzw. 22 Millionen Euro Umsatzvolumen pro Jahr zugrunde.

2. Die Unternehmensgröße beeinflusst maßgeblich die Höhe der Vergütung.

Entscheidend für die Höhe der Gesamtvergütung des Top-Managements ist die Unternehmensgröße. Anders gesagt: Je mehr Personen ein Unternehmen beschäftigt und je größer das Umsatzvolumen ist, desto höher fällt auch die Vergütung des Top-Managements aus. Diese Erkenntnis zieht sich als roter Faden durch unsere Vergütungsstudien.

Sie ist so wichtig, da die Unterschiede in der Unternehmensgröße viele Differenzen in der Vergütung erklären können: Zum Beispiel warum (im Median) Vorständ*innen mehr als Geschäftsführungen verdienen oder warum Befragte mit zusätzlicher Organfunktion mehr verdienen als diejenigen ohne.

3. Mehr als zwei Drittel der Befragten erhalten eine betriebliche Altersversorgung.

72 Prozent der Befragten erhalten eine Form der betrieblichen Altersversorgung. Die überwiegende Mehrheit erhält einen Arbeitgeberzuschuss – in Form von Beitragszahlungen an Pensions- und Unterstützungskassen, Direktversicherungen oder Lebensversicherungen. Der Zuschuss beträgt im Median 5.000 Euro pro Jahr.

4. Mehr als zwei Drittel können einen Firmenwagen nutzen, auch privat.

70 Prozent der Befragten bekommen vom Unternehmen einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt, den sie auch privat nutzen dürfen. Der Bruttolistenpreis der Firmenwagen liegt im Median bei 50.000 Euro. Die überwiegende Mehrheit fährt nach wie vor Fahrzeuge mit klassischem Verbrennungsmotor. Immerhin fast 20 Prozent fahren ein Hybridfahrzeug. Reine Elektroautos besitzen dagegen nur 3 Prozent der Befragten.

5. Die Befragten glauben nicht, dass Corona das eigene Gehalt langfristig positiv beeinflusst.

Die Corona-Pandemie hat die Bedeutung der Gesundheits- und Sozialbranche gesellschaftlich in den Fokus gerückt. Dass dies die eigene Vergütung langfristig positiv beeinflusst, glaubt aber nur ein sehr kleiner Teil der Befragten.

Mit Blick auf die eigene Branche bewertet die Mehrheit der Befragten das eigene Gehalt als (eher) angemessen. Doch geht der Blick über den Branchenrand hinaus, sieht es anders aus: Nur eine Minderheit empfindet das eigene Gehalt im Vergleich mit der Gesamtwirtschaft als angemessen. Insgesamt ist die überwiegende Mehrheit unserer Befragten mit dem eigenen Arbeitsplatz und Arbeitgeber jedoch „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Was Sie in der Studie lesen – und wie wir arbeiten

Cover der contec Vergütungsstudie 2021

Die Studie ist jetzt erhältlich. 🛒

Die Studie bietet einen Überblick über die Gehaltszusammensetzung in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße, gemessen an Umsatzvolumen und Beschäftigtenzahlen (Köpfe und Vollzeitkräfte). Wir betrachten die Gesamtvergütung sowie die einzelnen Vergütungsbestandteile. Merkmale wie z. B. die bedienten Leistungsbereiche, die Trägerschaft oder Rechtsform untersuchen wir ebenfalls. So können Geschäftsführungen und Vorständ*innen sich bzw. die Höhe ihrer Vergütung gut einordnen.

Bei den Gehaltsangaben werden in der Studie mit Median und arithmetischem Mittel zwei Mittelwerte sowie mit dem 75-Prozent-Quantil ein weiterer Lageparameter angegeben. Median und 75-Prozent-Quantil werden auch von der Rechtsprechung im Rahmen externer Vergleiche herangezogen, um die Angemessenheit einer Vergütung zu prüfen. Eine angemessene Vergütung liegt im Bereich zwischen diesen beiden Werten.

Die Ergebnisse der contec Vergütungsstudie 2021 basieren auf einer Befragung von hauptamtlichen Vorständ*innen und Geschäftsführungen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (Altenhilfe, Eingliederungshilfe, Gesundheitsdienste, Hospiz, Kinder-, Jugend- oder Familienhilfe, Krankenhäuser/Kliniken, Psychiatrie sowie Beratungsstellen und Servicegesellschaften). Die Befragung haben wir online von Januar bis März 2021 durchgeführt. Sie bezog sich inhaltlich auf das vorangegangene Jahr 2020. Insgesamt konnten wir die vollständigen Datensätze von 373 Befragten in die Auswertung einfließen lassen.

 

Autor*innen der Studie sind: Prof. Gabriele Moos, Dr. Thomas Müller, Nico Dahm, Benjamin Herten

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* Die Abweichungen von 100 Prozent sind rundungsbedingt.

** Der Median ist der Wert, der genau in der Mitte einer Datenverteilung liegt. Die eine Hälfte aller Individualdaten ist immer kleiner, die andere größer als der Median. Bei einer geraden Anzahl von Individualdaten ist der Median die Hälfte der Summe der beiden in der Mitte liegenden Werte. Quelle: Statista

Text: Linda Englisch
Titelbild: rh2010/Adobe Stock

Nico Dahm

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